Zürich-West: ewz-Areal Herdern wird neu gedacht
Zürich-West: ewz-Areal Herdern wird neu gedacht

Zürich-West: ewz-Areal Herdern wird neu gedacht

Im Auftrag des Elek­tri­zi­täts­werks der Stadt Zürich (ewz) saniert und erweitert Marti AG Zürich das alte Betriebs­ge­bäude Herdern in Zürich-West. Das Vor­zeige­projekt verbindet ressour­cen­scho­nen­des Bauen mit technischer Präzision: Rückbau auf die Beton­struktur, Aufstockung um zwei neue Geschosse und eine spektakuläre Auskragung über den Mühleweg. 2027 soll das erneuerte Gebäude bezugsbereit sein.

Das Betriebs­ge­bäude aus dem Jahr 1974 wird nicht abge­rissen, sondern bis auf seine tragende Beton­struktur zurück­gebaut und grund­legend erneuert. Dieser Ansatz schont Res­sourcen und entspricht der nach­haltigen Unter­nehmens­politik des ewz. Marti AG Zürich ist feder­führend und ver­antwortet sämt­liche Bau­meister- und Spezial­tief­bau­arbeiten. Vier Konzern­gesell­schaften der Marti Gruppe sind gemeinsam auf dem Areal im Ein­satz und decken unter­schied­liche Fach­gebiete ab, vom Rück­bau über die Schad­stoff­sanie­rung bis zum Grund­wasser­manage­ment.

Präzisionsarbeit auf engem Raum
Der Rückbau stellt höchste Anfor­de­rungen an Mensch und Ma­schine. Fern­ge­steuerte Abbruch­ro­boter kommen dort zum Ein­satz, wo Prä­zision und Sicherheit keine Kom­pro­misse erlauben. Rund 100 Tonnen asbest­haltiges Material sowie weitere 3 200 Tonnen Abfälle aus dem nicht statischen Rück­bau wurden unter strengen Auf­lagen fach­gerecht ent­sorgt. Es wurde mit Luft­schleu­sen, Filter­an­la­gen und über­wachter Frisch­luft­zufuhr gear­beitet.

Ingenieurbaukunst über dem Mühleweg
Das archi­tekto­nische Herz­stück des Pro­jekts ist die weit­aus­kra­gende Erwei­terung: Die über­hän­genden Unter­züge, welche auf drei Schräg­stützen liegen, ent­standen auf einem spezi­ellen Schwer­last-Trag­gerüst. Auf diesen wurden zwei neue Geschosse auf­gebaut. 35,68 Meter ragt die Aus­kra­gung über den Mühleweg hinaus, 19,4 Meter misst die lichte Raum­höhe vom Erd­geschoss bis zur Unter­kante des Vor­baus. Das fertige Gebäude wird 128 Meter lang, 23 Meter breit und 29 Meter hoch sein.

Grundwasser als Energiequelle
Für den Bau der erwei­terten Tief­garage musste der Grund­wasser­spiegel tempo­rär abge­senkt werden. 16 000 Liter pro Minute, rund 80 Bade­wannen pro Minute, wurden dabei abge­pumpt. Nach der Rei­nigung über ein Absetz­becken wird das Wasser direkt dem Grund­wasser zurück­geführt. Lang­fristig wird das Grund­wasser die wich­tigste Energie­quelle des Gebäudes: Eine neu­artige Rezirku­lations­anlage, ergänzt durch eine Photo­voltaik­anlage von knapp 2 000 m², wird rund 160 000 kWh Solar­strom pro Jahr erzeugen. Das Gebäude erfüllt den Minergie-P-eco-Standard.

Facts & Figures

  • Gebäude: 7 Geschosse, 128 m lang, 23 m breit, 29 m hoch
  • Auskragung: 35,68 m über Mühleweg, Raumhöhe 19,4 m
  • Grundwasserabsenkung: 16 000 l/min
  • Rückbau: ca. 100 t Asbestmaterial, 3 200 t Abfälle
  • Photovoltaik: ca. 2 000 m², rund 160 000 kWh/Jahr
  • Bauzeit Etappe 2: Herbst 2023 – Herbst 2027

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